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„Schluss mit der Geheimniskrämerei“ Quelle: shz

Soll der Bürgermeister in Hohenwestedt weiterhin ehrenamtlich tätig sein? SPDOrtsverein fordert öffentliche Diskussion

Die SPD fordert eine öffentliche Diskussion darüber, ob sich die Gemeinde Hohenwestedt wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister leisten soll. „Es muss Schluss sein mit der Geheimniskrämerei“, sagte OrtsvereinsChef Heinrich Bednarz bei der SPDMitgliederversammlung in der Gaststätte „Eekhoff“, „dieses Thema muss in aller Offenheit und Ausführlichkeit ausdiskutiert werden.“ Weil die Verwaltungsstrukturreform verlangt hatte, dass hauptamtliche Verwaltungen mindestens 8000 Einwohner betreuen sollten, hatte sich die 5000-EinwohnerGemeinde Hohenwestedt 2012 dem neugegründeten Amt Mittelholstein angeschlossen, zu Beginn des gleichen Jahres mit Holger Bütecke erstmals einen ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt und 2015 zu dessen Entlastung den neuen Posten eines gemeindlichen Projektmanagers für Ortsentwicklung und Wirtschaftsförderung geschaffen. Bereits im Frühjahr 2012, nur wenige Wochen nach der Wahl von Bütecke, war das Land SchleswigHolstein aber zurückgerudert und hatte Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern die Möglichkeit eröffnet, einen hauptamtlichen Bürgermeister zu bestellen. „Nun überlegt man, ob man in Hohenwestedt wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister installieren will“, berichtete Bednarz, „wir sind der Meinung, dass es Punkte gibt, die dafür sprechen, aber auch Punkte, die dagegen sprechen – das Thema muss auf jeden Fall ausführlich diskutiert werden.“

Mit dem siegreichen Planungsentwurf für den Umbau des Freibads Ludwigslust, der heute um 17 Uhr im Rathaus des Amtes Mittelholstein öffentlich vorgestellt wird, sei man „summa summarum sehr zufrieden“, sagte Gemeindevertreterin Iris Ploog. Als die SPDFraktion bei einer Bau- und Finanzausschusssitzung vor anderthalb Jahren Kritik an dem Planungsverfahren geäußert hatte, habe man sich „ziemlich aggressiven Angriffen“ von Seiten der anderen Gemeinderatsfraktionen ausgesetzt gesehen. „Wir haben gesagt, dass es doch nicht angehen kann, dass man bei einem Bauvolumen von 6,5 Millionen Euro nur eine Planerin und gar keine Vergleichsmöglichkeiten hat“, stellte Iris Ploog fest, „und was wir damals wollten, hat sich ja auch bestätigt: Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms musste eine europaweite Ausschreibung vorgenommen werden.“ Der von der Wettbewerbsjury zum Sieger gekrönte Planungsentwurf der „Lehmann Architekten“ aus Berlin soll bis Sommer 2019 Realität werden. „Das wird ein solides Freibad, wo man Spaß haben kann“, lobte Bednarz die Umbaupläne.

„Uns ist ganz wichtig, dass die Eintrittspreise dann auch in dem neuen Freibad human bleiben“, betonte Iris Ploog, „es gibt bei uns viele Familien, die es sich nicht leisten können, in den Urlaub zu fahren, und stattdessen die Ferien im Freibad verbringen – und darum ist es wichtig, dass die Preise in einem machbaren Rahmen bleiben.“ Heinrich Bednarz stimmte zu: „Es gibt immer mehr Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, und bei denen das Geld dann trotzdem nicht mehr reicht. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander.“

Der Ortsvereinsvorsitzende aus Meezen, der bei den Vorstandswahlen ebenso wie die beiden Beisitzer Iris Ploog und Timo Detlefsen im Amt bestätigt wurde, konnte bei der Versammlung drei Ehrenurkunden und darüber hinaus drei neue Parteibücher verteilen. Geehrt wurden Marko Henrichs aus Osterstedt und Arno Bednarz aus Meezen, die beide seit 30 Jahren SPDMitglieder sind, sowie Carl Franz Schlüter aus Osterstedt, der den Genossen schon seit 40 Jahren die Treue hält. Als neu eingetretene SPDMitglieder konnte Heinrich Bednarz drei Hohenwestedter begrüßen: Gemeindevertreterin Anita Jürgens, Manfred Strahl sowie Michael Schneider.

Verfasser von der shz HansJürgen Kühl